Nachtufer

Es schien
als würden die Bäume
der nächtlichen Dunkelheit
ein Stück weit
entgegenwachsen;
und als würden ihre Äste
die Finsternis mit jeder Faser aufsaugen.
Die Bäume am kalten Wegrand
waren die letzten Ausläufer
der Nacht, der letzte
dunkle Schatten im bangen
Warten auf den Morgen,
der golden im Horizont der Nachtigall
ein Schlaflied sang.

Am Ufer der Nacht angekommen
binde ich mein Floß
an den Hafen an, der Heimat verspricht.
Und mit der Vergesslichkeit der Zeit
wird wohl irgendwann aus Träumen
das Wirkliche erwachen.
Aber zunächst müssen wir
uns damit begnügen
in jedem neuen Tag
das Erstaunliche zu suchen.